01. Dezember 2017 bis 02. April 2018
Dieter Roth (1930–1998): Kinderbuch, Edition hansjörg mayer Stuttgart / London  1976 © Dieter Roth Estate Courtesy Hauser & Wirth Foto: © Hamburger Kunsthalle / bpk, Christoph IrrgangDieter Roth (1930–1998): Kinderbuch, Edition hansjörg mayer Stuttgart / London 1976 © Dieter Roth Estate Courtesy Hauser & Wirth Foto: © Hamburger Kunsthalle / bpk, Christoph Irrgang

Künstlerbücher erzählen Geschichten, sind Manifeste, Archive oder politische Proklamationen. Sie brechen mit traditionellen Formen der Gestaltung, eröffnen neue Räume, sind programmatisch, narrativ, spielerisch oder auch abgründig. Durch die Konzeptkunst und Fluxus-Bewegung als offenes und vielseitiges Medium entdeckt, haben sich die Künstlerbücher seit den 1960er Jahren als eigenständige Kunstgattung etabliert.

Mit der Ausstellung »Künstlerbücher. Die Sammlung« präsentiert die Hamburger Kunsthalle erstmals eine Auswahl der bekanntesten Publikationen aus ihrer rund 1.700 Exponate umfassenden Sammlung. Deren Ausgangspunkt sind die Werke der Minimal Art und Konzeptkunst, in denen Künstler wie Sol LeWitt, Ed Ruscha und Lawrence Weiner in den 1960er und 1970er Jahren ihre seriellen und konzeptuellen Ideen in das Medium Buch umsetzten. Unter Einbeziehung vieler anderer Medien wie Musik, Poesie, Aktionen und Happening sowie durch spontane Improvisationen wurde in der Kunst der Fluxus-Bewegung das übliche Buchformat gesprengt. Vergleichbar einer 'Partitur', spielt hier das Buch als Vermittler eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus ziehen anspruchslose und alltägliche Materialien in Form von Stempeldruck, Stanzungen, Fotokopien, Collagen und mechanischen Drucktechniken in die Sphäre des Buches ein. Es wird zum Experimentierfeld für neue Konzepte. Zugleich wird die Kunst enthierarchisiert und für jedermann erschwinglich. Wie kaum ein anderes künstlerisches Medium steht das Künstlerbuch daher auch für die Demokratisierung von Kunst.

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